|
|
|
|
|
Wie geht es dir? Und heute möchte ich dich auch noch fragen: Wie geht es dir, wenn du Chaos erlebst?
|
|
In meinem Leben gibt es gerade Umstände, die wenig Planung, Struktur und geregelte Abläufe erlauben. Mit einigem komme ich gut klar, anderes löst großen Widerstand in mir aus. Für mich ist es gerade eine Einladung, den Chancen von Chaos und Neuordnung nachzuspüren ...
|
Fluch oder Segen?
Wir alle brauchen in unserem Leben eine gewisse Ordnung und Struktur. Das gibt uns Orientierung, das Gefühl von Sicherheit, Zugehörigkeit und Überschaubarkeit. Strukturen schenken uns Zeit, weil wir bei manchen Dingen und Abläufen nicht in jedem Moment neu suchen, bewerten und entscheiden müssen. Es hilft zu wissen, wo normalerweise der Schlüssel oder das wichtige Dokument liegen. Es erleichtert unser Leben, wenn wir uns darauf verlassen können, dass es immer Strom und Wasser gibt, unsere Arbeit bezahlt wird oder die öffentlichen Verkehrsnetze funktionieren. Es vermittelt uns Sicherheit, wenn wir bei Krankheiten Ärztinnen oder Therapeutinnen aufsuchen können oder unser Eigentum geschützt wissen. Wir fühlen uns eingebunden, wenn wir darauf vertrauen können, dass es ein Netz aus Freunden und/oder der Familie gibt, das uns emotional stützen und auffangen kann.
|
|
Und doch kann zu viel Struktur, zu viel Ordnung, zu viel vermeintliche Sicherheit in unserem Leben genau das töten, wonach sich die meisten von uns sehnen: Lebendigkeit.
|
Auflösung ist Lebensprinzip
Wenn etwas, das uns lange vertraut und selbstverständlich zur Verfügung stand, auf einmal nicht mehr da ist, löst sich oft auch etwas in unserem Inneren auf. Das kann ein Gefühl von Orientierungslosigkeit, Überforderung, Vakuum oder Chaos bewirken.
|
Manchmal können solche Empfindungen auch die Folge von inneren Prozessen sein. Zum Beispiel wenn wir spüren, dass frühere Werte, Überzeugungen und Rollen heute nicht mehr passen, weil wir vielleicht mehr Erfahrungen, mehr Einsichten oder Wissen dazu gesammelt haben. Wenn uns das Alte lange Halt und Orientierung gegeben hat und die neue Haltung und Sicht auf die Dinge innerlich noch nicht gefestigt ist, kann uns das verunsichern. Oder sogar in ein emotionales Chaos stürzen.
|
|
Für viele von uns (nicht für alle) fühlt sich Ordnung als etwas ganz Natürliches und Wünschenswertes an. Chaos hingegen wie ein unangenehmer Ausnahmezustand. Dabei geht das eine nicht ohne das andere.
|
Ohne Chaos keine Erneuerung
Die meisten Schöpfungsmythen erzählen davon, dass sich der Kosmos, also die Welt-Ordnung, aus einer grundlegenden Un-Ordnung formiert hat, oft durch göttliche Kraft. Im antiken Griechenland oder im alten China sprach man vom UR-CHAOS, alte germanische Schriften und die Bibel sprechen vom NICHTS. In den alten Yogaschriften ist von einer alles umfassenden DUNKELHEIT die Rede. Begriffe, die den Ur-Grund beschreiben, aus dem der Kosmos, so wie wir ihn wahrnehmen, entstanden ist.
|
|
Chaos repräsentiert die Freiheit von Begrenzungen, Formen, Strukturen und zeitlichen Abläufen. Chaos ist der Ursprung von allem Neuen. Ohne Chaos keine Kreation – im Großen wie im Kleinen. Davon erzählt auch Shivas Schöpfungsmythos.
|
Lehne dich zurück und lausche
Shiva, das Höchste Bewusstsein im Yoga, und Shakti, die Höchste Bewusstseinsenergie, stehen für den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen in einem unbegrenzten Raum an Möglichkeiten. Shiva als das Prinzip von ALLES im NICHTS, von DUNKELHEIT, die jedes LICHT enthält, von jeder ORDNUNG in der Weite des CHAOS. Shakti als das Prinzip von Schöpferkraft, ohne die es keine Schöpfung gäbe. Verkürzt heißt das: etwas entsteht, etwas löst sich auf. Was immer bleibt, ist Dunkelheit. Bis ein neuer Impuls, ein Energiefunke der Schöpfungsenergie eine Richtung gibt. Neues wird entfacht und in die Manifestation gebracht. Und so weiter.
|
Die Erfahrung von Chaos oder Dunkelheit oder dem Nichts ist demnach ein wichtiger Teil des schöpferischen Prozesses. Was, wenn wir diese Phasen der Aufgelöstheit, des Nichtwissens, der Form- und Haltlosigkeit als genauso wertvoll und notwendig annehmen könnten, wie die Zeiten, in denen wir zielgerichtet und produktiv sind? Wäre das nicht eine große Bereicherung?
|
Von der Kostbarkeit des Chaos und was wir davon für unser Leben mitnehmen können, darum wird es in diesem Special gehen:
|
Sonntag, 25. Mai 2025, 10:00 - 12:00 Uhr
Yoganess Mainz
Von Auflösung und Neubeginn –
Shivas Schöpfungsmythos
Anmelden kannst du dich wie immer über Fyndery
Ich freu mich auf dich! Von Herzen Evgenia
|
|
|
|
|
|
|
|
|